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Das Editorial

RUDOLF VONLANTHEN
Grossrat, Präsident APF/HEV Fribourg


Liebe Hauseigentümerin,
Lieber Hauseigentümer,

Die nationalen Wahlen sind vorbei und die Eidgenössischen Parlamente neu bestellt. Wohl noch kaum gab es solche grossen Veränderungen. Die Parlamente sind grüner und jünger geworden und noch nie war der Frauenanteil so hoch. Daher wird es eher nicht einfacher werden, endlich die brennenden Themen wie Eigenmietwert, Klimaschutz und Raumplanungsgesetz einer guten Lösung für die Hauseigentümer zuzuführen. Andererseits besteht auch Hoffnung, wollen doch alle ihre Versprechen einlösen.

Wie das letzte Mal schon aufgezeigt, hat der Kanton Freiburg in Sachen Klimaschutz eine gute Lösung mit viel Augenmass beschlossen.  Die Änderungen des Energiegesetzes und seines Reglements sind nun am 1. Januar 2020 in Kraft getreten.  Diese neuen Massnahmen fördern nicht nur die Energieabhängigkeit und die lokale Wirtschaft, sie sind auch klimafreundlich und bieten den künftigen Generationen neue Chancen. Zudem entsprechen diese Massnahmen der Energiestrategie 2050 des Bundes und den Mustervorschriften für Kantone im Energiebereich (MuKEn 2014).

Erlauben Sie mir einige Eckpunkte zu erwähnen:

  • Bessere Wärmedämmung von Gebäuden - Für eine Baubewilligung muss neu eine um ca. 15 % bessere Wärmedämmung nachgewiesen werden.
  • Weniger fossile Energien beim Ersatz der Heizungsanlage - Bei einer Erneuerung einer Wärmeerzeugungsanlage in einem bestehenden Wohngebäude dürfen höchstens 80% des zulässigen Wärmebedarfs für Heizung und Warmwasser mit nicht erneuerbaren Energien gedeckt werden. Ziel ist es, die Nutzung von Heizöl und Erdgas zu senken und vermehrt erneuerbare Energien einzusetzen (Wärmepumpen, Holzheizkessel, thermische Solaranlagen, Fernwärme usw.).
  • Schrittweise Ablösung von Elektroheizungen - Der Ersatz von elektrischen Raumheizungen durch neue ortsfeste, elektrische Widerstandsheizungen sind verboten. Eine Ausnahme kann bewilligt werden. Der Neueinbau oder Ersatz eines Elektroboilers kann nur bewilligt werden, wenn ein Teil des Wärmebedarfs für die Wassererwärmung durch die Raumheizung oder durch erneuerbare Energien gedeckt wird. Angesichts des bevorstehenden Ausstiegs aus der Kernenergie und der zunehmenden Verbreitung neuer hocheffizienter Elektrosysteme (Elektroautos und Wärmepumpen) sind solche Massnahmen nötig, um den Stromverbrauch im Winter zu begrenzen und so die Versorgungs-sicherheit zu gewährleisten.
  • Ausserordentliche Finanzhilfe für den Ersatz von Elektroheizungen - Elektrisch geheizte Gebäude sind oft nicht mit einem Wärmeverteilsystem ausgerüstet (warmes Wasser, das in den Radiatoren oder im Boden zirkuliert). Das stellt oft ein finanzielles Hindernis für den Heizungsersatz dar. Für den Einbau eines Wärmeverteilsystems kann deshalb ein neuer Förderbeitrag gewährt werden, der bis zu 60% der Kosten deckt. Dieser Betrag wird zusätzlich zum Förderbeitrag für den Einbau einer Wärmepumpe oder Holzheizung oder den Anschluss an ein Fernwärmenetz bezahlt. Damit möchte man einen Anreiz bieten, den schrittweisen Abbau von Elektroheizungen zu beschleunigen. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass die Förderbeiträge momentan bis zum 31.12.2025 vorgesehen sind. Umfassende Auskünfte finden Sie unter www.fr.ch/afe.

Zum Schluss freue ich mich, Ihnen mitzuteilen, dass unsere Generalversammlung am Donnerstag,
4. Juni 2020 stattfinden wird. Da werden wir die Klimapolitik auch thematisieren. Reservieren Sie schon heute dieses Datum.